JUGEND-FUSSBALL Kreis geht neue Wege
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Setzt auf neues Modell: Rheingau-Taunus-Jugendwart Erich Herbst.privat
RHEINGAU-TAUNUS (sep). Das runde Leder rollt wieder. Die Nachwuchs-Fußballer starten in die neue Spielzeit. Doch bevor von der A- bis zur D-Jugend der Liga-Alltag zurückkehrt, steht auf Kreisebene die Qualifikation an. Kreisliga oder Kreisklasse, das ist die Frage. Eigentlich. Doch nicht so im Rheingau-Taunus-Kreis. Denn zwischen Rüdesheim und Aarbergen findet in dieser Spielzeit erstmals seit mehr als zehn Jahren keine Qualifikationsrunde für die Nachwuchs-Ligen statt.
Auf- und Abstiegsregelung
Eigeninitiative der Vereine ist gefragt, Selbsteinschätzung gefordert. "In den vergangenen Jahren kam es öfters schon vor, dass Mannschaften, die sich sportlich qualifiziert hatten, gar nicht in der Kreisliga antreten wollten. Andere hingegen verpassten die Quali, hielten ihre Teams aber trotzdem für stark genug, eine Liga höher zu spielen", begründet Rheingau-Taunus-Jugendwart Erich Herbst (Winkel) den Wegfall der Ausscheidungsrunde. Vor dieser Saison mussten die Teams ihre potenzielle Liga-Zugehörigkeit selbst einschätzen, am Ende der Spielzeit greift erstmals die neu eingeführte Auf- und Abstiegsregelung: Zwei Teams machen den Schritt in die nächsthöhere Klasse, zwei Mannschaften müssen den Gang in niedere Gefilde antreten.
Geteiltes Echo bei Vereinen
Die richtige Lösung? Zumindest wenn es nach Michael Kron, Leiter des neu gegründeten Jugendfußball-Vereins Walluf geht. "Trafen in einer Gruppe mehrere Kreisliga-taugliche Teams aufeinander, kegelten sie sich gegenseitig raus", moniert Kron. Eine einleuchtende Erklärung für die positive Sichtweise der Umstellung. Und dennoch zweischneidig. Lutz Sand, A- und C-Jugendtrainer der JSG Aarbergen: "Der Wegfall der Qualifikation ist grundsätzlich nicht zu befürworten, da sich im Jugend-Fußball die Stärke einzelner Junioren-Teams von Jahr zu Jahr ändert. Eher selten haben die Vereine Mannschaften, die alle auf einem Niveau spielen können."
Heißt im Klartext: Durch die Auf- und Abstiegsregelung muss eine Elf - unabhängig von der eigenen Stärke - die Spielklasse des vorherigen Jahrgangs übernehmen. Deutliche Ergebnisse, egal ob Kantersiege oder haushohe Niederlage, könnten das Resultat sein. "Deshalb", so Sand, "wäre eine alljährliche Qualifikation mit den stärker eingeschätzten Teams als gesetzte Gruppenköpfe die bessere Lösung."

