Chronik

Aus der Gründungszeit / 1933 - 1942 / 1945 - 1947 / 1948 -   1966 / 1967 - 1972 / 1973 - 1982


Aus der Gründungszeit

Im Jahr 1911, also sechs Jahre vor der offiziellen Gründung des Vereins, waren die Anfänge einer Fußballbewegung in Winkel zu finden. Im Mai 1911 stellten junge Turner den Antrag, eine Fußballabteilung zu gründen. Da die Turngemeinde diesen Antrag ablehnend gegenüberstand, wurde ein Sportverein ins Leben gerufen. Im Gasthaus Merscheid trafen sich interessierte Fußballfreunde und gründeten den SpV. 1911, dem auch eine Leichtathletikabteilung angeschlossen war. Die Gründer: Karl Siegl, Hennes Schönleber, Franz Freimuth, Paul Knoll, Karl Adam Nass, Franz Berg, Hans Martin, Christian Kunz, Anton Siegl, Franz Tobolanik und Johann Freimuth.

Das erste Spiel

Am 6. August 1911 kam es zum ersten Fußballspiel gegen eine kombinierte Mannschaft des FV 08 Geisenheim, welches 0 : 8 verloren wurde. Das erste Tor für eine Winkeler Mannschaft überhaupt erzielte Karl Siegl im Rückspiel in Geisenheim. Die Fußballbewegung fand aber bald eine größere Resonanz in der Bevölkerung und nach kurzer Zeit waren 80 Personen Mitglieder des jungen Vereins. Mit einem Monatsbeitrag von 10 Pfennigen (welche oft nicht bezahlt werden konnten) war natürlich nicht viel anzufangen. Die Opferbereitschaft der Aktiven spielte daher eine entscheidende Rolle. Der Sportplatz am Rhein (lies Bolzplatz) bedurfte vor dem ersten Spiel einer gründlichen Renovierung. Die Tore waren transportabel und wurden zu jedem Spiel auf- und abgebaut.

Die aller erste Mannschaft des FSV


Pfingsten 1916 fanden sich wieder junge Sportfreunde im Gasthaus Zum Hasensprung um einen neuen Fußballverein aus der Taufe zu heben. Er trug den Namen Fußballclub Emden 1917 Winkel. (Zur Erinnerung an den bekannten Kreuzer Emden aus dem Ersten Weltkrieg.) An der Gründerversammlung nahmen teil: Josef Huhn, Josef Merscheid, Josef Janz, Wendelin Kilzer, Karl Hallgarten, Christoph Strieth, Anton Nonella, Otto Göbel, Heinrich Göbel, Johann Freimuth, Josef Klärner, Valentin Derstroff und Christoph Dezius. Folgender Vorstand wurde gewählt: Josef Merscheid, Erster Vorsitzender; Christoph Strieth, Erster Schriftführer; Karl Hallgarten, Kassierer; Josef Huhn, Spielausschußvorsitzender und Spielführer.

1933- Ein neuer Sportplatz entsteht

Der alte Sportplatz am Rhein genügte nun nicht mehr den gestellten Anforderungen. Ein neuer Sportplatz mußte geschaffen werden. Nach langen Verhandlungen gelang es, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Graf Matuschka Greiffenclau, den jetzigen Platz an der Vollradser Alle zu einem Sportgelände auszubauen. Nur durch Eigeninitiative und großen Idealismus sowie die Opferbereitschaft aller Mitglieder war es möglich, dieses Projekt zu verwirklichen. Im Jahre 1933 war es dann soweit. Der neue Sportplatz wurde seiner Bestimmung übergeben. Durch die Bodenreform ging das Sportplatzgelände im Jahre 1948 in das Eigentum der damaligen Gemeinde Winkel über. Durch die Umstände der Zeit sanken die Leistungen der Mannschaft derart, daß die errungene Klasse nicht mehr gehalten werden konnte. Auch der 15 Jahre das Vereinsschiff lenkende verdienstvolle Erste Vorsitzende Fritz Schmitt nahm seinen Abschied. Im Jahre 1935 / 36 jedoch gelang nochmals die Meisterschaft. Dienstverpflichtungen, Einberufungen zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht setzten dem Spielbetrieb bei Kriegsausbruch 1939 ein Ende. Anfang der 40er Jahre wurde der Versuch unternommen, mit einer Jugendabteilung den Spielbetrieb wieder zu beleben. Durch den laufenden Abgang von jungen Spielern zum Wehrdienst sah sich der Verein jedoch genötigt, den Spielbetrieb gänzlich einzustellen.

1942- 25 Jahre FSV 1917 Winkel

Das 25jährige Jubiläum im Jahre 1942 konnte wegen der Kriegsereignisse nicht gefeiert werden.

1945- Wiedergründung FSV 1917 Winkel

Nach dem Zweitem Weltkrieg trafen sich wieder Männer, die die alte Tradition fortsetzten. Die damalige amerikanische Militärregierung hatte die Gründung von Fußballvereinen wieder gestattet. Ein Erlaß des Kultusministers vom 1. Juli 1946 besagte jedoch, daß alle vor 1945 bestehenden Vereine als aufgelöst gelten. Das Führen der Gründungjahreszahlen im Vereinsamen war nicht gestattet. Mit Schreiben des Landrats des Rheingaukreises vom 24. September 1946 wurde jedoch die Gründung des Sportverein Winkel genehmigt. Sportkamerad Jakob Kaster war damals die treibende Kraft. Er rief die Interessierten zu einer Versammlung in das Gasthaus Zur Rose. Die Führung eines Vereines war jedoch an verschiedene Voraussetzungen gebunden. Mit der Durchführung der Vorstandgeschäfte bis zu endgültigen Entscheidung durch die Spruchkammer wurden beauftragt: Johann Freimuth, Vorsitzender; Willi Freimuth, Kassierer; Adolf Lappas, Schriftführer. Der unter großen Opfer begonnene Spielbetrieb mußte jedoch wieder eingestellt werden, da keine ausreichenden Sportgeräte und Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung standen.

1947- Erste Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg

Durch die Rückkehr von Spielern aus der Gefangenschaft und die Ansiedlungen von Neubürgern, entstand wieder eine schlagkräftige Mannschaft, die auf Anhieb die Meisterschaft der B-Klasse Rheingau im Spieljahr 1947 / 48 mit 75 : 19 Toren und 31 : 5 Punkten vor der Spvgg. Amöneburg erreichte. Die Stärke  der Mannschaft wurde unterstrichen durch den Gewinn der Bezirksmeisterschaft (Kreise Limburg, Wiesbaden und Rheingau) gegen die Spvgg. Dehrn.

1952- Erneuter Abstieg

In diesem Jahr wurde um den Klassenerhalt in Entscheidungsspielen auf dem Platz von Schierstein 08 der SSV Hattenheim 3 : 0 geschlagen, gegen die Spvgg. Sonnenberg aber ging das Spiel 1 : 2 verloren. Damit war der FSV erneut zum Abstieg verurteilt.

1954- Meisterschaft der B-Klasse

1954


Ungeschlagen holte sich der FSV, dessen Erster Vorsitzender Krackenberger ebenso großen Anteil an dem Erfolg hatte wie Spielertrainer Ludwig Schönleber, mit 58 : 20 Toren und 25 : 3 Punkten den Gesamtsieg.

1957- 40 Jahre FSV 1917 Winkel

Im Jahre 1957 feierten dann der FSV sein 40jähriges Stiftungsfest. Die Tage des Jubiläums waren am 3. und 4. August. In einer eindrucksvollen akademischen Feier am 3. August 1957 im Saale des Gasthauses Zur Zwickmühle fand die Ehrung der Vereinsgründer statt. Johann Freimuth, Josef Merscheid, Josef Huhn und Josef janz wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und mit der Goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Eine große Anzahl langjähriger treuer Mitglieder erhielt die Silberne Vereinsnadel. Für besondere Verdienste erhielt Gusatv Krackenberger ebenfalls die Goldene Vereinsnadel. Die Feier selbst wurde umrahmt von Gesangsvorträgen des Winkeler Frauenchor und des Mandolinenverein Winkel. Höhepunkt des Abends war das Auftreten des bekannten Kammersängers Martin Kremer. Der sportliche Teil des Festprogramms war mit Spielen der A-Jugend sowie Pokalspielen gegen die Erste und Zweite Mannschaft der Spvgg Eltville ausgefüllt.

1954 bis 1979- 24 Jahre ununterbrochene A- Klassenzugehörigkeit

Sicher gibt es im Sport immer wieder Höhen und Tiefen. Das geht heute vielleicht schneller als früher. Die Zeiten sind aber nicht vergleichbar. Während heute ein Verein je nach Kassenlage seine Leistung mit auswärtigen Spielern vor jeder Saison verstärken kann, waren die Vereine früher mehr auf den eigenen Nachwuchs angewiesen. Natürlich gab es auch damals Vereinswechsel. Aufgrund der mangelnden Mobilität der Jugendlichen hielt dieser sich in Grenzen und war nicht so leistungsverzerrend wie heute. Bis 1979 wurde in Winkel das Wort Stabilität besonders groß geschrieben, denn die Erste Mannschaft konnte sich in der Zeit von 1954 / 55 bis zum Spieljahr 1978 / 79 insgesamt 24 Jahre ununterbrochen in der A-Klasse behaupten. Nur in den ersten Nachkriegsjahren ging es auf und ab.

1967- 50jähriges Jubiläum

1967 Erste Mannschaft


Es war das erste große Vereinsfest des FSV. Ein riesiges Festzelt auf dem Kerbeplatz und die Mitwirkung aller Winkeler Vereine waren damals bei Winkeler Jubiläen selbstverständlich. Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau war nicht nur Protektor des Festes, sondern stiftete auch anläßlich des Jubiläums-Turnieres den Weinpokal von Schloss Vollrade. Das Festprogramm konnte sich sehen lassen und lockte Tausende von Besuchern an: Neben dem sportlichen Teil, z. B. ein Jubiläums-Turnier, ein C-Jugendturnier, ein A/B-Jugendturnier, gab es ein Jubiläumsspiel der AH und einer Rheingauauswahl gegen Germania Wiesbaden. Die Akademische Feier begann mit einem Festgottesdienst in der Winkeler Pfarrkirche und setzte sich auf Schloß Vollrads mit der Ehrung von Mitgliedern. Einer der Höhepunkte des Jubiläums war der Große Rheinische Abend im Festzelt unter Mitwirkung der Sängervereinigung Winkel, der Tanzgruppe der Hessischen Landjugend und der Wikato-Gesangsgruppe. Am Sonntag gab es den Großen Bunten Nachmittag mit der Programmansage des unvergessenen Heinz Kloos, einen Pfingstball am Abend unter Mitwirkung der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Johannisberg unter Leitung von Karl  Lohr. Der Frühschoppen am Montagvormittag, ein Unterhaltungskonzert ausgeführt durch die Kapelle der 8. amerikanischen Infanterie-division entsprachen mit dem abendlichen Tanz den Publikumwünschen der 60er Jahre.

1970- Bau eines neuen Sportplatzes

1972- Bau der Umkleidekabinen mit Geräteräumen

Der Sportplatz an der Vollradser Allee entsprach inzwischen in keinster Weise mehr den Ansprüchen eines Spielbetriebes. Als dann endlich die Entscheidung für den Bau eines neuen Sportplatzes gefallen war, zeigten die Verantwortlichen Weitblick. Die heutige Sportanlage an der Vollradser Allee wird nämlich übereinstimmend von vielen Besuchern von der Konzeption und vom Landschaftsbild her sehr positiv beurteilt. Am 6. September 1970 wurde der neue Sportplatz seiner Bestimmung übergeben und am 23. März 1972 folgte das Richtfest für den Bau des Funktionsgebäudes.

1979- Abstieg in die B-Liga

Der Schock, nach 24 Jahren die A-Liga verlassen zu müssen, saß tief. An eine solche Situation konnte man sich in Winkel zum Teil gar nicht und zum Teil nur langsam gewöhnen. Über 20 Spieler verließen den Verein oder stellten sich nicht mehr den Seniorenmannschaften zur Verfügung. Der Verein war in seiner Existenz gefährdet und stand mit dem Rücken zur Wand. Mit den letzten verbliebenden und neu hinzugekommenen fremden Spielern konnte überraschend bereits in der ersten B-Liga-Saison 1980 / 81 eine Stabilisierung des Vereins erreicht werden. Unter dem neuen Trainer Rolf Hanauer war der sechste Tabellenplatz der Ersten Mannschaft und der zweite Platz der Reserve sogar als Erfolg zu werten. Danach ging es wieder aufwärts. 1980 / 81 wurde unter Trainer Günther Sturm die Erste Mannschaft dritter in der Abschlußtabelle und die Reserve wurde Meister.

1981 /82

wurde erneut der Trainer gewechselt und mit dem erfahrenen Spielertrainer Georg Stahl und mit der Ersten Mannschaft der Zweite Tabellenplatz erreicht.

 

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©  2000, 2001 Florian Berlebach